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Startseite Über uns Kirche im Stadtpark

Pfarrbüro

Bernsteiner

Mag.(FH) Petra Bernsteiner, MA

T: 04242/23624-0
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Öffnungszeiten
Di: 8-12 Uhr, Fr: 13-17 Uhr

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Kirche im Stadtpark PDF Drucken

Evangelische Kirche im Stadtpark (Foto: Johann Jaritz)Die Kirche im Stadtpark gibt unserer Pfarrgemeinde auch ihren Namen. In ihr feiern wir an allen Sonn- und vielen Feiertagen Gottesdienste. Auch die Taufen und Trauungen finden in aller Regel hier statt. Regelmäßig laden wir zu Konzerten ein oder stellen die Kirche für Konzerte zur Verfügung.

Auf dieser Seite stellen wir Ihnen die Geschichte und Architektur der Kirche vor.

Wenn Sie wissen möchten, wann die nächsten Gottesdienste und Konzerte stattfinden, finden Sie hier eine Terminübersicht

Die Kirche ist außerhalb von Gottesdiensten und Veranstaltungen geschlossen, wir öffnen Sie aber gerne Interessierten während unserer Bürozeiten. Für kurze Gruppenführungen bitten wir um Voranmeldung im Pfarrbüro.

Baugeschichte

kirche_grundstein1901_220Die Kirche im Stadtpark wurde beinahe zeitgleich mit der Erhebung der Tochtergemeinde von St. Ruprecht zur eigenständigen Pfarrgemeinde 1902 errichtet und ein Jahr später durch den ersten Pfarrer der Gemeinde und späteren Bischof der Evangelischen Kirche in Österreich, Johannes Heinzelmann, eingeweiht. Der Architekt Ludwig Schöne entwarf sie als einen neugotischen Backsteinbau, ganz dem konservativen Kirchenbauprogramm des sog. Eisenacher Regulativs von 1861 verpflichtet. Bei näherem Hinsehen stechen aber einige Neuerungen ins Auge: Zum einen handelt es sich um eine Querhausanlage, zum anderen stellt man beim Betreten der Kirche etwas verblüfft fest, dass die Bankreihen parallel zur Längsachse des Raumes verlaufen und der Altar nicht an einer der beiden Schmalseiten, sondern in einer weiten Nische der Langhauswand steht. Diese völlig untypische Anordnung stellt eine Rezeption des sogenannten Wiesbadener Programms von 1891 dar, das versucht hat, die evangelischen Grundsätze auch im Kirchenbau einfließen zu lassen, vor allem durch einen Einheitsraum, der dem Lutherschen Diktum vom "Priestertum aller Gläubigen" entsprach. Es sollte weder Chor noch Kirchenschiffe geben. Die Gemeinde wollte mit der Innenraumgestaltung damit (durchaus im Sinne der Los-von-Rom-Bewegung) eine betont protestantische und nach damaligem Verständnis zugleich moderne Raumkonzeption verwirklichen - soweit es der neugotische Grundriss zuließ.

kirche_vor1928_220Der Bau wäre ohne die Unterstützung des (deutschen) Gustav-Adolf-Vereins nicht möglich gewesen. Insgesamt 47.600 Kronen, die Hälfte der Bau- und Einrichtungskosten, wurden so finanziert. Die andere Hälfte wurde durch Spenden und Leistungen aus der Villacher Gemeinde und aus ganz Österreich aufgebracht, wobei der erste Jahresbericht ausdrücklich erwähnt, dass unter den Gebern auch freundlich gesinnte Katholiken gewesen seien.

Neben der ungewohnten Gestaltung des Innenraums sind die neu gestalteten Fenster wohl die auffälligsten Elemente der Kirche. Die verspiegelten Fenster von Victor Rogy aus dem Jahr 2000 gestalten den Bau durch Einbeziehung der äußeren Umgebung, wobei das sonst nur bei modernen Gebäuden gebräuchliche Material an den neugotischen Fenstern und der Turmuhr ungewohnt wirkt.

kirche_glockenweihe_220Nicht nur die Fenster wurden erneuert, auch die in den beiden Kriegen konfiszierten Glocken wurden 1956 ein zweites Mal erneuert, konnten aber nur angeschlagen werden, da ihr Schwingen Steine vom Turm fallen ließ und den Turm in das Kirchengewölbe drückte. Erst 1991 wurden die Glocken in eine Gegenpendelanlage gehängt, welche die Schwingungen aufhebt.

Schließlich wurde 1994 die pneumatische Rieger-Orgel von 1907 durch eine mechanische, ganz aus natürlichen Materialien hergestellte Reil-Orgel aus Holland ersetzt.

Für die nähere Zukunft plant die Pfarrgemeinde die Errichtung eines barrierefreien Zugangs, um gehbehinderten Menschen den Gottesdienstbesuch zu erleichtern.

Beschreibung der Kirche

kirche_portal_220Das rote Ziegelmauerwerk der Kirche wird von einem Gerüst aus mehrfach abgetreppten Strebepfeilern, Umrahmungen und waagrechten Gurten umfasst. Durch die seitlichen Apsiden, dem Nördlichen Fassadenturm und dem südlichen Sakristeivorbau ist die Kirche von außen als Zentralbau erkennbar. Gotische Spitzbogenfenster, ergänzt durch Zierelemente wie dem Haupteingang mit Säulenportal oder das umlaufende Dreipassfries stellen zusammen mit den zu Mustern verlegten Dachziegeln am spitzen achteckigen Turmhelm typische neugotische Elemente dar.

kirche_fenstermontage_220Ungewohnt wirken die neuen verspiegelten Fenster von Victor Rogy. Sie sollen an den brennenden Dornbusch erinnern und die Kirche zur Umgebung hin öffnen. In ihnen spiegeln sich die Bäume des Stadtparks und erwecken den Eindruck, durch die Kirche durchschauen zu können.

In die Kirche gelangt man durch den Haupteingang im Untergeschoß des Turms. Hier fällt zuerst auf, dass der sich als Zentralbau gebende Bau innen als Querhausanlage ausgeführt ist. Der Chor ist reduziert auf eine flache Kapellennische mit geradem Schluss. Der Hochaltar unter einer Fensterrose, von Taufstein und Kanzel seitlich umrahmt, bestimmt das liturgische Zentrum des ansonsten schmucklosen Kircheninnenraumes. Die weißen Wände werden durch Gurt- und Schneidbögen und den Fensterumrahmungen gegliedert, die hohen Gewölbesterne durch grau gefasste Grate.

Der Altar ist dreiteilig ausgeführt, weist aber nur im mittleren Feld ein Altarbild auf. Das ursprüngliche Bild ist nicht erhalten. Das jetzige Gemälde stellt Christus als Friedensfürst dar. Die beiden Seitenfelder mit turmartigem Aufbau sind mit goldenen Lilien und Sternen versehen. Den Sockelbereich kennzeichnen Traubenschnitzereien.

kirche_altar_220Die achteckige Kanzel ist mit Versatzstücken aus Säulchen und Turmaufbauten ausgestattet.

kirche_orgelausschnitt_220Die Orgelempore ist mit einem gemalten Jugendstilfries gestaltet und beherbergt die neue mechanische Orgel der Gebrüder Reil (Heerde, NL) aus dem Jahr 1994. Mit 2 Manualen, Pedal und 18 Registern ausgestattet, kennzeichnen die Orgel neben dem Klang vor allem die Herstellung aus gänzlich natürlichen Materialien, sowie der achtteilige moderne Orgelprospekt. Die Tasten sind mit der Hand aus Ebenholz und Rinderbein geschnitzt und diese mit Buchsbaumnägeln befestigt. Jahrelang getrocknetes Holz dient als Klangholz und als Material für die sensible Traktur und das Gehäuse, eine Blei - Zinn Legierung für das Pfeifenmaterial. Im Zeitalter der Massenproduktion ist dieses Werk ein schönes und wohlklingendes Zeugnis für die Liebe menschlicher Arbeit.