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Pfarrbüro

Bernsteiner

Mag.(FH) Petra Bernsteiner, MA

T: 04242/23624-0
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Öffnungszeiten
Di: 8-12 Uhr, Fr: 13-17 Uhr

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Geschichte der Evangelischen in Villach PDF Drucken

Die Geschichte der Evangelischen in Villach beginnt lange vor der Geschichte der Evangelischen Pfarrgemeinde.

Reformationszeit bis 1900

sigmund_von_dietrichstein_220Bereits 1523, also nur sechs Jahre nach Luthers Thesenanschlag in Wittenberg machten sich die neuen religiösen Bestrebungen der Reformation in Villach bemerkbar. In der wichtigen bambergischen Handelsstadt lebten damals etwa 4000 Menschen. Es waren Bergleute, Studenten und Kaufleute, die den evangelischen Glauben in die Stadt brachten. Bürgerschaft und Rat förderten die Reformation von Beginn an und bemühten sich um einen reformatorischen Prediger. Dieses Bemühen führte dazu, dass der steirische Landeshauptmann Sigmund von Dietrichstein 1526 dem Rat der Stadt seine Patronatskirche St. Jakob (heute Stadtpfarrkirche) übergab. In der entsprechenden Urkunde verpflichtet er den Rat, "das Wort Gottes dort klar, lauter und ohne alle menschlichen Zusätze" predigen zu lassen.

villach_-_kaiser-josef-denkmal_220Dies geschah bis 1565/66 durch den Prädikanten Carolus Fuchs und danach bis 1577 durch den Kärntner Johannes Hauser, dessen Katechismus für die Jugend Villachs heute im Stadtmuseum zu sehen ist. Die Kirche St. Jakob in Villach ist mit ihrer Kanzel, errichtet 1555 - im Jahr des Augsburger Religionsfriedens - und einigen Grabmälern ein Zeugnis evangelischen Glaubens.

Das Ende des "völlig ketzerischen Villach" begann 1594 durch den Gewaltakt des Bamberger Vizedom, der die Kirche rekatholisierte. Obwohl Bischof Brenner um 1600 die Ausweisung der Widerspenstigen aus Villach erzwang, zeugen doch noch Grabmäler um 1640 davon, dass einige Familien am "reinen Wort Gottes" so lange festgehalten haben.

Erst das Toleranzpatent von Kaiser Joseph II. beendete den Missstand und ließ, wenn auch unter Einschränkungen, den evangelischen Glauben in den österreichischen Ländern wieder zu. 1782 wurde in St. Ruprecht bei Villach eine Pfarrgemeinde gegründet. Seit dem 18. Jahrhundert ließen sich zunehmend Evangelische in Villach nieder, die im Turnsaal des Gymnasiums als Predigtstation von St. Ruprecht monatlich Gottesdienst feierten. 1897 wurde Villach eine Tochtergemeinde von St. Ruprecht.

Die Gründung der Pfarrgemeinde

pfr_heinzelmann_220Im Jahr 1900 zählte die Tochtergemeinde Villach 300 Mitglieder. Bereits 1902 wurde aus der Tochter die selbständige evangelische Pfarrgemeinde Villach mit ihrem bisherigen Vikar und späteren Superintendenten von Österreich Dr. Johannes Heinzelmann als ihren ersten Gemeindepfarrer.

Die noch kleine Pfarrgemeinde wagte es, eine 450 Besuchern Platz bietende Kirche zu bauen, die am 2. August 1903 eingeweiht wurde. Bedingt durch das Aufstreben der Stadt Villach und dem starken Zuzug aus den umliegenden Tälern einerseits und der Los-von-Rom-Bewegung andererseits zählte die Pfarrgemeinde nach dem Ersten Weltkrieg schon 2000 Mitglieder. Der Ständestaat und die mit ihm verbundene Austrittsbewegung ließen die Pfarrgemeinde weiter wachsen: 1935 waren es schon 2800 Mitglieder.

Die wachsende Gemeinde brauchte mehr Raum. 1908 wurde zur eben gebauten Kirche das Pfarrhaus in der Italienerstraße errichtet, das nach dem Bau des neuen Pfarrhauses ab 1949 in der Hohenheimstraße lange Zeit als evangelisches Schülerheim diente und seit 1988 Sitz der Superintendentur A.B. für Kärnten und Osttirol ist.

Während der Herrschaft des Nationalsozialismus und durch den Zweiten Weltkrieg verringerte sich durch Austritte und Gefallene die Zahl der Mitglieder auf 2200.

villach_lind_jaritz_220Nach 1945 wuchs die Pfarrgemeinde schnell, 1952 waren es schon 5000 Mitglieder mit steigender Tendenz. Vor allem um den stark wachsenden Ortsteil Lind besser seelsorglich betreuen zu können, wurde 1973 mit der Errichtung eines Gemeindezentrums in der Adalbert-Stifter-Straße begonnen. 1988 wurde die Auferstehungskirche eingeweiht. Ein Jahr später wurde die Pfarrgemeinde Villach-Nord selbstständig. Sie besteht aus den Stadtteilen Lind, St.Leonhard, Obere Fellach und Untere Fellach und zählt mehr als 1650 Mitglieder.

Die Pfarrgemeinde heute

Heute zählt die Pfarrgemeinde Villach um die 5.000 Mitglieder, vorwiegend im Bereich der Stadt Villach, aber auch im Gebiet zwischen Fürnitz und Maria Elend im Rosental.

Im Jahr 2010 wurden in der Pfarrgemeinde insgesamt 188 Gottesdienste gefeiert: hier in der Kirche im Stadtpark 95, in den Predigtstellen (St. Georgen, St. Jakob im Rosental und Drobollach), den Krankenanstalten, Seniorenwohnheimen und Pflegeheimen 93 Gottesdienste. Insgesamt besuchten die Gottesdienste im Jahr 2010 etwa 10.000 Menschen.

Im gleichen Zeitraum gab es 63 Taufen, 62 Konfirmandinnen und Konfirmanden, 28 Trauungen und 42 Beerdigungen. Dem Höchststand (nach 1945) von 119 Austritten standen 19 Eintritte gegenüber.