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Startseite Artikel Gemeindeleben Ein Leben lang wirken und weben...
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Ein Leben lang wirken und weben... PDF Drucken
Freitag, den 09. Januar 2009 um 11:17 Uhr

art_sidorenko3Auf die Frage, ob sie wieder Theologie studieren würde, kommt von Pfarrerin Margarete Sidorenko ein sofortiges „Ja!“. Man merkt ihr die Begeisterung für ihren Weg durch die theologische Landschaft an.

„Mich hat schon immer das Wissen um die anderen Konfessionen fasziniert.“ Aus diesem Grund ist die Ökumene immer in ihrem Aufgaben- und Arbeitsgebiet geblieben.

art_sidorenko1Biographisch hat sich das niedergeschlagen in den Studienorten Marburg, Münster und Heidelberg. In Münster besuchte sie sogar das katholische Seminar, die Teilnahme an einer Vorlesung über die Orthodoxie brachte ihr die Bekanntschaft und spätere Ehe mit ihrem Mann ein, der selbst orthodoxer Geistlicher war. Nach Villach kam sie durch den frühen Tod ihres Schwiegervaters, ebenfalls orthodoxer Geistlicher, der für ganz Kärnten seelsorgliche Arbeit unter orthodoxen Christen innehatte. Der Sohn sollte übernehmen.

Sie selbst begann beruflich zunächst als Religionslehrerin, die „Karriere“ als Pfarrerin war zunächst noch undenkbar. Seit etwa 1968 erteilte Margarete Sidorenko Religionsunterricht. Superintendent Pellar war der Auslöser, da er in der Pfarrgemeinde Hilfe brauchte. In den späten Siebzigern unterrichtete sie an der HBLA Villach (heutige CHS) und in der LFS Stiegerhof.

art_sidorenko2Jungschar-Nachmittage und Kindergottesdienste bildeten innerhalb der Pfarrgemeinde ihre Schwerpunkte. Karl Schwarz blieb ihr für immer in Erinnerung, weil er „die Lieder am Klavier im Kindergottesdienst so schön begleitet hat“. Auch andere Namen sind mit der Pfarrgemeinde Villach eng verbunden, Albert Brandstätter (früher Evangelische Akademie Wien) und Thomas Krobath (u.a. Mitarbeit im Oberkirchenrat) sind Villacher.

Obwohl sie neun (!) Semester Theologie absolviert hatte, durchlief sie die offizielle Lektorenausbildung der evangelischen Kirche, bevor sie auch gottesdienstlich in der Pfarrgemeinde tätig werden konnte. Der lang gehegte Wunsch, Pfarrerin zu werden, blieb immer aufrecht. Es sollte noch einige Jahre dauern. Erst durch die Intervention von Superintendent Rathke und später Sen. Pfarrer Arno Preis gelang es, die Synode Österreichs zu überzeugen, das Pfarrersein im Ehrenamt zu ermöglichen und in weiterer Folge Margarete Sidorenko als Pfarrerin im Ehrenamt zu ordínieren. Am 4. Juli 1999 war es soweit. Wir können also in diesem Jahr ihr 10-jähriges Jubiläum feiern!

Mit ihrem Namen untrennbar verbunden ist die Arbeit rund um den ökumenischen Weltgebetstag, der immer am ersten Freitag im März gefeiert wird. Hier hat sie weit über die Grenzen unserer Pfarrgemeinde gewirkt.

Im Rückblick auf ihre Arbeit in der Pfarrgemeinde ist sie besonders stolz, gemeinsam mit anderen viele gottesdienstliche Veränderungen geschafft zu haben. Der Abendmahlsgottesdienst – früher abgetrennt vom normalen Sonntagsgottesdienst gefeiert – ist seit vielen Jahren fixer Bestandteil des Gottesdienstes. Musste man früher beim Abendmahl knien hat u.a. Hans Pontasch darauf gedrängt, bei großen Gottesdiensten das Abendmahl stehend zu empfangen. Sehr rasch ging dies in die allgemeine Praxis über. Die Ökumene als Wissen über die anderen Konfessionen hatte es ihr schon immer angetan, wahrscheinlich war dies auch ein Beweggrund als evangelische Theologin einen orthodoxen Geistlichen zu heiraten. Er war nicht ganz glücklich mit ihrer Berufstätigkeit, sie wollte aber das Studium nicht ungenutzt sein lassen.

In der Kirche zeugen zwei Dinge von ihrem Wirken – heute nicht mehr wegzudenken. Das wieder entdeckte Taufbecken, wo durch Günter Faul ein Kupferbecken zusätzlich einsetzt wurde, wodurch das Taufbecken für Taufen verwendet werden konnte, und die beiden originalen Fenster links und rechts im Altarraum, die zugemauert waren. Auch die ersten beiden Bankreihen wurden aus gestalterischen Gründen aus der Kirche entfernt, damit mehr Platz im Altarraum entstehen konnte.

Pfarrerin Sidorenko hat drei Kinder und sechs Enkelkinder, die alle in Villach leben. Sie selbst wohnte immer am Waldrain, also immer in der Nähe von St.Georgen/Pogöriach. Wahrscheinlich ist sie auch deshalb für die evangelischen Christinnen und Christen in diesem Stadtteil „ihre“ Pfarrerin.